München & Bayern Historie

 Das Rad der Geschichte

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Vor 200 Jahren wurde das Fahrrad erfunden. Die Radlhauptstadt München feiert dieses Ereignis mit einem Radkult-Festival am 10./11.Juni 2017 und Sonderaktionen, und die jährliche stattfindende Radlnacht. Es wird ein Radrennen durch die Stadt geben, bei dem Radler gegen Autofahrer antreten. Sowie eine spektakuläre Lichtshow, bei der fliegende Fahrrad-Logos in den Nachthimmel aufsteigen. Auch beim Trachtenumzug zur Wiesn fahren traditionell gekleidete Münchner auf historischen Rädern mit.

Obendrein veranstaltet das Deutsche Museum ab Freitag den 7.Juli im Verkehrszentrum die Ausstellung "Balanceakte" - 200 Jahre Radfahren.

www.deutsches-museum.de

Das erste Bahnrennen der Welt wurde vermutlich am 31. Mai 1869 in Paris ausgetragen. Dabei handelte es sich um eine Erdbahn mit leicht erhöhten Kurven. Die erste Radrennbahn in Deutschland wurde 1880 in München eingeweiht. Straßenrennen gab es damals wegen der schlechten Straßen nur sehr wenige, in einigen deutschen Städten war das Fahrradfahren auf der Straße sogar verboten. Anfangs waren Flieger-Rennen (heute: Sprint) äußerst populär, mit der Motorisierung von Schrittmachermaschinen wurden ab der Wende zum 20. Jahrhundert jedoch Steherrennen immer populärer. Ab 1909 wurden zudem immer mehr Radrennbahnen in Deutschland zur Austragung von Sechstagerennen gebaut. Während es schließlich fast in jeder deutschen Stadt mindestens eine Radrennbahn gab, existieren heute nur noch wenige Bahnen in Deutschland.

Der populärste deutsche Radrennfahrer vor dem Ersten Weltkrieg war der Münchner Thaddäus Robl. Um ihrem Idol nachzueifern, gründeten 1907 neun Männer aus dem Stadtteil Neuhausen den Verein, den sie wegen ihrer Liebe zum Radsport Amor nannten. Die Mitglieder beteiligten sich hauptsächlich an Korso- und Wanderfahrten. Durch den Krieg und seine Folgen dauerte es bis in die 1920er Jahre, bis das Vereinsleben in Schwung kam und auch die ersten Radrennfahrer zum Verein stießen.

Die Rennfahrer des Vereins errangen vor allem Erfolge auf bayerischer Ebene. 1933 allerdings wurde Otto Weckerling deutscher Vize-Meister im Straßenrennen. Besonders bekannt wurde später das Amor-Mitglied und Sieger des Radrennens Quer durchs bayerische Hochland von 1934, Franz Josef Strauß.[1]

1939 schloss sich der Münchener Ludwig Hörmann dem Verein an und wurde im selben Jahr deutscher Amateurmeister im Straßenrennen. Nach dem Krieg wurde er der erfolgreichste und beliebteste Radrennfahrer der Stadt. Er errang insgesamt neun deutsche Meistertitel auf der Bahn und auf der Straße.

Die längsten und schnellsten Radrennbahnen der Welt

Während noch bis in die späten 1960er Jahre die Mailänder Vigorelli-Bahn (die ehemalige Weltmeisterschaftsbahn von Rom 1932) als beste Radrennbahn der Welt galt, werden heute vor allem das Velodrom in Moskau-Krylatskoje und die Bahn des Velodroms in Berlin dazu gerechnet. An der Stelle, an der bis vor wenigen Jahren die Werner-Seelenbinder-Halle stand, wurde bis 1997 mit einer Länge von 250 Metern eine der modernsten Bahnen der Welt errichtet. Als weltbeste Erbauer von Radrennbahnen gelten die Mitglieder der Architektenfamilie Schürmann aus Münster, die seit 1925 in diesem Metier tätig sind und weltweit über 125 Bahnen erbaut haben. Der niederländische Rennbahn-Architekt Marc Douma hat zusammen mit einer Firma eine mobile Radrennbahn entwickelt, auf der Sechstagerennen in Rotterdam, Maastricht und Hasselt (B) ausgetragen wurden. Die Velotrack GmbH verfügt über drei verschiedene Radrennbahnen, darunter die Bahn der Bremen-Arena, auf der das Sechstagerennen ausgetragen wird.

In der Oderlandhalle in Frankfurt (Oder) und in der 1984 erbauten Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle wurden die längsten geschlossenen Radrennbahnen Deutschlands mit 285,71 m Länge eingebaut (Freiluftbahnen sind teilweise wesentlich länger).

Mit einer Länge von 666,66 m war die Radrennbahn im Deutschen Stadion in Berlin die längste in Deutschland errichtete. Auf ihr sollten die Bahnradwettbewerbe der Olympischen Spiele 1916 stattfinden.

Die längste überdachte Bahn der Welt mit einer Länge von 333,33 Metern wurde anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau-Krylatskoje errichtet.

Die mit einer Länge von 400 Metern längste teilweise überdachte Radrennbahn Deutschlands befindet sich in Leipzig. Sie hat eine Breite von 7 Metern. Die Kurvenüberhöhung liegt zwischen 0° auf den Geraden und 38° in den Kurven. Als Belag wurde eine Epoxydharzbeschichtung verwendet. 1960 fanden auf dieser Bahn die Bahnweltmeisterschaften statt.

Eine der schnellsten nicht-überdachten Sommerbahnen in Europa ist die Radrennbahn Hannover; sie hat eine Länge von 333 Metern und wurde aus afrikanischem Holz gefertigt.

 


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