Kulturhauptstädte 2018

Leeuwarden - Schräge Stadt mit schiefem Turm

von Ludger Kazmierczak (WDR), ARD-Korrespondent aus Den Haag

Nieuwestad Gracht an der Nieuwestad am Abend im historischen Zentrum von Leeuwarden
Die Nieuwestad Gracht im historischen Zentrum von Leeuwarden Bildrechte: IMAGO

Wie Pisa hat auch Leeuwaarden einen schiefen Turm. Das passt zur Hauptstadt der Provinz Friesland, die irgendwie anders ist, als der Rest des Landes. Etwas eigenwillig und verschroben. Das fängt schon mit der Sprache an. Für die Friesen heißt Leeuwarden nämlich nicht Leeuwarden, sondern Ljouwert.

 

 

 

Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/kultur/kulturhauptstadt-2016-san-sebastian-trommelt-fuer-den-frieden-id11423092.html#plx1623872504
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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