Kulturhauptstädte 2021

Kulturhauptstadt 2021

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Studenten lassen Stadt wachsen

Europäische Kulturhauptstadt 2021: Novi Sad

PEuropäische Kulturhauptstadt 2021: Novi Sad

Serbiens zweitgrößte Stadt bereitet sich auf den Titel Europäische Kulturhauptstadt vor

Die kulturell vielfältige Stadt Novi Sad, in der Provinz Vojvodina in Nordserbien gelegen, ist die erste Stadt außerhalb der EU, die den Titel Europäische Kulturhauptstadt erhalten hat. Die vielen Nationen, die hier seit drei Jahrhunderten zusammenleben, machen die Region heute zu einem Ort aktiver Kulturbegegnungen und verschiedener kultureller Identitäten – also zu einem Ort, der prädestiniert dafür ist, die kulturelle Vielfalt Europas im Jahr 2021 zu feiern.

Das ganze Jahr über werden Musiker aus der ganzen Region, Künstler und Kulturschaffende das Publikum unterhalten. Mehr als 500 Veranstaltungen und 1000 Künstler werden in mehr als 400 Programmen die Kultur des Zusammenlebens präsentieren und darstellen, dass Novi Sad Kultur lebt und neu belebt. Besucher können Werke von Andy Warhol und Henri de Toulouse-Lautrec sowie ein neues, von Yoko Ono geschaffenes Denkmal bewundern. Dezentrale Kulturstationen in der ganzen Stadt engagieren sich für den Erhalt des kulturellen Erbes und dienen als interkulturelle Begegnungsräume, die Besucher, Bürger und lokale Gemeinschaften zur gemeinsamen Teilnahme an der Feier der Kulturhauptstadt Europas einladen.

Temeswar: Kulturhauptstadt Europas 2021

Wie lebt es sich in der ehemaligen Habsburgerstadt im Westen Rumäniens? Fabio Gerhold, Mitarbeiter der ÖW Rumänien erzählt vom Wandel zur Kulturhauptstadt 2021.

Im äußersten Westen des Landes befindet sich die drittgrößte Stadt Rumäniens. Den Namen hat Temeswar dem Fluss Temes zu verdanken, der jedoch aufgrund stetiger Veränderung der Stadtgrenzen heute außerhalb der Stadt liegt.

Temeswar ist nicht nur Hauptstadt des Banats, die Stadt ist auch das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum dieser Region, die sich von Serbien über Ungarn bis nach Rumänien erstreckt. Die Bevölkerung besteht historisch aus Deutschen, Ungarn, Serben, Rumänen und Juden. Multikulturalität ist hier also gang und gäbe. Temeswar vereint Europas Nationen und deren Kulturen sorgsam und schafft dadurch einen Platz für ein unbeschwertes Miteinander.

Diese Vielfalt spiegelt sich im kulturellen Leben der Stadt wider. Im Frühjahr 2011 wurde der Verein „Temeswar Kulturhauptstadt Europas“ gegründet und schon im Jahr 2016, nur fünf Jahre später, erhielt man den offiziellen Zuschlag für die Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2021. Kein Wunder, denn Temeswar hat viel zu bieten: Made in TM (Plattform für Temeswarer Designer), Timisoara Art Encounters (Kunst Biennale) und die aktive Theaterszene sind nur einige Beispiele für das boomende Kulturleben der Stadt.

Auch wirtschaftlich gibt sich Temeswar als Aushängeschild Rumäniens: Es herrscht nahezu Vollbeschäftigung, die Löhne steigen jährlich im zweistelligen Prozentbereich und die Investitionslust ausländischer Unternehmen am Markt stärken die rasante Entwicklung Temeswars. Besonders niederösterreichische Firmen haben das Land für sich entdeckt: 450 Betriebsansiedelungen sowie der Export von Waren um etwa 450 Millionen Euro von Niederösterreich nach Rumänien sprechen für sich. (Weitere interessante Details lesen Sie im ORF-Artikel Rumänien: Wichtiger Markt für heimische Firmen) Damit steigt auch der Bekanntheitsgrad unseres Landes, ein entscheidender Aspekt, um das Urlaubsland Österreich zu bewerben. Denn in der Bevölkerung entwickelt sich dank der wirtschaftlichen Situation eine zahlungskräftige und geschäftstüchtige Schicht, die europaweit vernetzt ist und vor allem im Winter auch gerne nach Österreich zum Skifahren reist.

Die Architektur erzählt die von Veränderung geprägte Geschichte der Stadt. Im 18. Jahrhundert unter Herrschaft der Habsburger zu einem Festungs- und Garnisonort ausgebaut, gehörte die Stadt mal zu Österreich-Ungarn, mal zu Serbien, dem osmanischen Reich und nun eben zu Rumänien. Auch als Klein-Wien bekannt, finden sich im Zentrum zahlreiche Bauten aus der Kaiserzeit, die - vielfältig wie die Bewohner der Stadt - eine  besondere Atmosphäre schaffen. Die Altstadt Temeswars wurde akribisch saniert, die Straßen neu asphaltiert und saubergefegt und die technische Infrastruktur aufpoliert - aktuell findet man in Rumänien die zweitschnellste Internetverbindung der Welt vor.

Das Bild der Innenstadt ist geprägt von Buchläden, Kunstgalerien und Theatern. Köstlich duftende Konditoreien, kleine Bistros und charmante Cafés vermitteln stilvolles Flair und laden zum gemütlichen Verweilen und Genießen ein. Auch Shopaholics kommen in Temeswar nicht zu kurz: Abgesehen von den vielen Geschäften in der Altstadt lockt die „Iulius Mall“ unweit des Zentrums mit über 350 Geschäften und einem eigenen Food Court.

Der Domplatz, oder Piata Unirii gilt nicht nur als der schönste  Platz der Stadt, sondern ist Wahrzeichen und Stolz einer gesamten Region. Dort trifft Barock auf Art-Dekor, Orthodoxie auf Katholizismus: Der römisch-katholische Dom, das Wahrzeichen der Stadt, steht der serbisch-orthodoxen Kathedrale gegenüber. Der Platz war auch der Ausgangspunkt der rumänischen Revolution 1989. Im „Museum des kommunistischen Konsumenten“ hat der Theatermacher Ovidiu Mihăiță Alltagsgegenstände aus der Zeit vor 1989 gesammelt und erzählt so auf ganz besondere Art und Weise die Geschichte dieser Zeit.

Für Abwechslung im Unterhaltungsprogramm sorgen zahlreiche Konzerte, Partys und Festivals, die zunehmend viele junge Leute in die ohnehin schon aus mehr als 50.000 Studenten bestehende Kleinstadt locken.

Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/kultur/kulturhauptstadt-2016-san-sebastian-trommelt-fuer-den-frieden-id11423092.html#plx1623872504
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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01.01.2016 | 20:13 Uhr
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La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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