Kulturhauptstädte 2020

Kulturhauptstadt 2020Galway - das Barcelona Irlands

Stand: 01.01.2020 12:32 Uhr

Das Meer, viele Studenten, dazu traditionelle Pubs - aus dem einstigen irischen Fischerdorf Galway ist eine pulsierende Stadt geworden. Doch ein Besuch ist gefährlich - denn Galway kann süchtig machen.

Von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Das Wetter in Galway ist oft regnerisch, oft windig - aber die Galwegians selbst sprechen gern von einem Barcelona mit Regen. Denn auch ihre Stadt am Meer ist so bunt, so vielfältig, so reich an Musik und Kunst.

Die Flut drückt alle sechs Stunden riesige Wassermengen in die Mündung des River Corrib. Um bis zu fünf Meter steigt der Flusspegel dann an, manchmal auch noch etwas mehr. Zwei, drei Mal im Jahr steht jener Teil der Innenstadt, der direkt am River Corrib liegt, dann unter Wasser.

Galway in Irland ist Kulturhauptstadt Europas 2020
tagesschau24 09:00 Uhr, 01.01.2020, Sven Lohmann, ARD London

 

 

Gute Verbindungen zum Festland

Direkt an der Flussmündung des River Corrib steht das Galway City Museum. Ganz oben im dritten Stock gibt ein Panoramafenster den Blick frei auf den Fluss und über die Bucht hinaus.

Hier, an diesem Fenster, erklärt die Museumshistorikerin Jackie Ui Chionna am Liebsten, warum sich überhaupt Menschen in der Gegend ansiedelten. In Galway gehe es immer ums Wasser, sagt sie. Der Hafen in der Bucht sei sehr sicher.

"Wir haben Fisch exportiert und Honigwein, vor allem nach Spanien und Portugal. Aber wir hatten schon damals auch eine Art Schüleraustausch: Die Söhne der Kaufleute kamen hierher und unsere gingen dorthin, um die Sprachen zu lernen und die Kontakte zu vertiefen. Damit wir gute Beziehungen zu den Freunden auf dem Kontinent haben."

Karte: Irland mit Galway
galerie

Studenten lassen Stadt wachsen

Heute ist Galway die am schnellsten wachsende Stadt Irlands: Aus den 40.000 Einwohnern vor 30 Jahren sind inzwischen mehr als 80.000 geworden, Tendenz weiter steigend. Für den Boom sorgen vor allem die Studenten. Ein Viertel der Einwohner ist an einer der beiden Universitäten eingeschrieben, für Kunst oder für Medizin, für Ingenieurwissenschaften oder Biotechnik.

Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/kultur/kulturhauptstadt-2016-san-sebastian-trommelt-fuer-den-frieden-id11423092.html#plx1623872504
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

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Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
01.01.2016 | 20:13 Uhr
Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden
La Concha, die Muschel: einer der schönsten Stadtstrände Spaniens, Markenzeichen der Kulturhauptstadt 2016 San Sebastián,Foto: Foto:F1online

San Sebastián. Die baskische Kulturhauptstadt 2016 hat eigentlich schon alles, was sie braucht. Seit der Kapitulation der ETA 2011 sogar den Frieden. Nun will sie zum Modell werden.

Jeden Freitag um 12 Uhr steht das versprengte Häuflein vor der alten Feuerwache der baskischen Küstenstadt San Sebastián. Sie demonstrieren stumm, eine Handvoll Angehörige von ETA-Gefangenen, ihr Transparent fordert deren Freilassung. Eine der letzten Spuren der einst so gefürchteten Terrorgruppe, die über 830 Menschen ermordete, um das Baskenland unabhängig zu bomben.

Ausgerechnet 2011, in dem Jahr, als die ETA ihren bewaffneten Kampf einstellte, fiel die Entscheidung, dass San Sebastián 2016 Kulturhauptstadt Europas wird. Da stand das Thema bereits fest, und es war das, was die Basken bis dahin am meisten beschäftigt hat: Gewalt, und wie Kultur sie besiegen kann. „Aber das Thema ist ja nicht gestorben“, sagt Pablo Berástegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms von Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch genannt wird: „Der Terror in der Welt ist nicht weniger geworden – und ebensowenig ist die Frage beantwortet, wie eine zivilisierte Gesellschaft mit dem Terror umgehen sollte, um ihn zu beenden.“
Shakespeare und Stadtplanung

Deshalb ist das Kulturhauptstadtprogramm der 200 000-Einwohner-Stadt auch keine Event-Feuerwerk geworden, sondern eher vernunft- und kopflastig geraten. Die drei „Leuchttürme“ sind:

„Frieden“ – mit einer großen Ausstellung im Mittelpunkt, die Beispiele für gelungene Friedensverträge vor Augen führt;

„Leben“ – soll die Alltagsentwicklung der Menschen in San Sebastián vorantreiben; sie sollen lernen, in die Stadtplanung einzugreifen, etwa wie man mithilfe von Licht Un-Orte verändert;

„Stimmen“ – so heißt das eigentliche Kulturprogramm, etwa mit einem „Mittsommernachtstraum“ am späten Abend des 21. Juni unter freiem Himmel in einem Park, 300 Menschen sollen den Schauspielern querfeldein folgen; zu Ehren des 400. Todestages von Shakespeare wird das Stück erstmals ins Baskische übersetzt, auch das live und öffentlich. Außerdem sollen internationale Künstler bei einem Antikriegsfestival Werke für die Menschenrechte erarbeiten.

Dank seiner stets frischen Seewinde und des milden Klimas zwischen winterlichen 7 und sommerlichen 22 Grad war die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert der Sommerort der spanischen Könige, die vor der Hitze in Madrid flohen. Rund 150 Regentage im Jahr sorgen hier zudem dafür, dass sich das Auge stets an frischem Grün weiden kann, die Stadt bietet ihren Bewohnern nicht weniger als neun öffentliche Parks.

Kulturhauptstadt 2016 - San Sebastián trommelt für den Frieden | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
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