DIE BORSTEI Die „Kunst in der Borstei“ Mit Barocken Rosengarten und Neptunbrunnen- Borstei Museumsbesuch Führung am 6.3.2022 / 11.00 Uhr

 

DIE BORSTEI

Die „Kunst in der Borstei“
Mit Barocken Rosengarten und
Neptunbrunnen

Borstei Museumsbesuch

Führung am 6.3.2021 / 11.00 Uhr

Bernhard Borsts Sehnsucht nach dem Schönen prägte sein berufliches und privates Leben. Der Architekt, Bauunternehmer und Senator Bernhard Borst schuf ein „einzigartiges Kunstwerk“ der Architektur und Gartenarchitektur ersten Ranges. Die Gärten der Borstei und die Ausgestaltung mit Kunstwerken legen Zeugnis davon ab. Am 13. Mai 1951 schrieb er: „Seit vielen Jahren bin ich bestrebt, die Borstei mit erstklassigen Werken großer Künstler wie Wackerle, Bleeker, Rauch, Knecht, Fehrle, usw. auszuschmücken.“ In einer Rede sagte der Maler Prof. Max Unold 1952: „Darüber hinaus hat er aber eben diese Gärten mit erlesenen Kunstwerken geschmückt, mit Brunnen, Skulpturen, Statuen, Reliefs, einem Kenotaph und Fresken.

Immer wieder lud Bernhard Borst seine Mieter zu hochkarätigen Freiluftkonzerten in den „Rosenhof“ ein. So gastierten das Münchner Kammerorchester und bekannte Tenöre gerne in dem außergewöhnlichen Ambiente. Bernhard Borst wollte auf diese Weise vielen Menschen auch die Möglichkeit geben, in den Genuss solcher Darbietungen zu kommen. Ein weiteres „Highlight“ waren die regelmäßigen Kasperltheaterstücke, für die er Richard Rost engagierte und die in den Räumen des heutigen Museums stattfanden.

Neben den Kunstwerken an den Fassaden und in den Höfen, muss man auch die dekorativen Elemente der Häuser erwähnen. Für die Gestaltung der Türen, Oberlichter, Geländer, Fensterumrahmungen, Laternen, Treppenhäuser, uvm. ist Oswald Bieber mitverantwortlich. Für die grafische Gestaltung des Borstei-Logos, der Hausnummern und der Beschriftung über den Läden gewann Bernhard Borst den Grafiker Eduard Ege, der u.a. das Bayerische Staatswappen und das Münchner Stadtwappen entworfen hat.

Die BORSTEI, selbst ein Kunstwerk der Architektur und Gartenarchitektur ersten Ranges, bildet den Rahmen für über 60 Kunstwerke, Skulpturen und Fresken. Zentaur, David und Neptun, sind Glanzlichter der Kunst in der Borstei. Dem Meisterwerk Neptun sind 3 neue Seepferde meisterhaft beigefügt. Aus der griechischen Mythologie sind der Hirtengott Pan, Merkur, Orpheus, das Liebespaar Daphnis und Chloe und das Urteil des Paris zu bewundern. Sowie die klassische Skulptur der Pallas-Athene, Christopherus, beim Flötenspieler oder Märchenerzähler. Dazwischen steht der schwungvoll-kompakte Badende. 

Die Ausstattung der Borstei mit Kunstwerken erstreckte sich über problematische Zeiten, vom Ende der Zwanziger-Jahre bis in die Sechziger-verdanken, daß seine kultivierte Wohnlandschaft ungebrochene abendländische Kunst umrahmt.

Die Namenspatrone der Borstei-Straßen sind Künstler und Wissenschaftler, die sich um unsere Kultur verdient gemacht haben:

Bernhard-Borst-Straße
1883 geboren in Offenburg, gestorben 1963 in München, Baumeister, Architekt, Senator der TU Karlsruhe. Ausgebildet an der kgl. Baugewerkschule München, entwarf und baute er zunächst viele Einfamilienhäuser in den Pasinger Villenkolonien, gefördert vom Architekten Exter. Im Lauf seines Wirkens wurden seine Bauten immer moderner, nicht mehr historisierend dekoriert.

Die Borstei ist sein letztes und reifestes Werk, bis in seine humane Lebensjahre. Er schuf, seiner Zeit voraus, eine kultivierte, wahrhaft humane Wohnlandschaft. Tatkräftig unterstützte er dabei von seiner Frau Erna Johanna. Ohne sie ist das Borst-Lebenswerk nicht denkbar.

Franz-Marc-Straße
1880 in München geboren, 1916 gefallen vor Verdun, Maler, Grafiker, Kunsttheorethiker, Mitbegründer der Künstlervereinigung Blauer Reiter, malte kubistisch-facettierte Tiere in starken, symbolischen Farben.

HIldebrandstraße – Hirsch Skulptur
Adolf von Hildebrand, 1847 - 1921 in München, Bildhauer, Prof. der Akademie München. Monumental-neoklassizistische Werke, in München Wittelsbacher Brunnen 1894 und Hubertusbrunnen am Kanalende vor dem Waisenhaus und Reiterstandbild Prinzregent Luitpold am Marstallplatz und Vater Rhein Brunnen.

Lampadiusstraße
Wilhelm August Lamadius, 1727 – 1921, Chemiker, Prof. an der Bergakademie Freiberg, veröffentlichte vieles über Chemie und Meteorologie. Sein Name erinnert an Gaslampen Lampadarium sind Kandelabber, mit denen er schon 1811 Straßen beleuchtete.

Löfftzstraße
Ludwig von Ritter Löfftz, 1845-1910, Maler stimmungsvoller Landschaften. Prof. an der Akademie München.

Pickelstraße
Johann Georg Pickel, 1751-1833, Chemiker, Prof. in Würzburg, War vielseitig tätig in Pharmazie, Experimentalphysik, Apparatebau für Chirurgie. Erfinder der Farbe Pickelgrün.

Hengelerstraße
Adolf Hengeler, 1863-1927, Maler, Zeichner, Prof. an der Akademie München. Zeichnete für die Fliegenden Blätter und malte idyllische Bilder.

Voitstraße
August von Voit, 1801-1870, Architekt, Prof. an Akademie München. Vorstand der obersten Baubehörde. Er baute die neue Pinakothek 1846-53 und den berühmten Glaspalast 1854 am alten botanischen Garten, der abbrannte 1931. 2 gerettete Kunstwerke daraus stehen in der Borstei, die Sennerin und der Merkur.

Im Rosengarten sind zu sehen die griechischen Bildhauer des 5.Jh. Ariteas und Papias, ein goldener Hahn auf Säule von Bildhauer Andreas Rauch. Ein Hund aus Stein von Bildhauer Josef Zeitler, Herkules und das Hirtenpaar Daphnis und Chloe von Bildhauer Andreas Rauch. Die Pallas-Athene von Bildhauer E. Laurenty. Ein Fresko mit Inschrift Im Schweiße deines Angesichts sollst Du Dein Brot verdienen, Erntearbeit von Maler Paul Bürk.

Im Garten der Ruhe steht der Badende in Bronze von Bildhauer Richard Knecht. Die tanzenden Kinder sind von Bildhauerin Irmintrud Ferdin-Rummel.Ein Sarkophag auf zwei Löwen entworfen 1954 für Senator Bernhard Borst als letzte Ruhestätte.